F.A.U.S.T. reloaded - Nasca Theaterprojekt - Maria Reiche und die Nascalinien - Ich bin keine Dame - ich bin ein alter Stock F.A.U.S.T. reloaded Termine Startseite Kontakt
F.A.U.S.T. reloaded
Nicola Klaiber und Egmont Elschner wollen ihre jahrzehntelange Erfahrung mit unterschiedlichen Theaterformen in ein Projekt angeregt von Cuatrotablas einbringen. Aufmerksam gemacht auf die Lebensleistung der peruanischen Ehrenbürgerin Maria Reiche, geboren in Dresden, entstand ein Stück „Ich bin keine Dame, ich bin ein alter Stock“, das auf der Folie der Vita einer beispielhaften Persönlichkeit vorführt, wie sich Leben selbstbestimmt gestalten läßt.

Nach 40 Jahren kehren Nicola Klaiber und Egmont Elschner nach Frankfurt am Main zurück, wo ihre gemeinsame Theatererfahrung ihren Ursprung hat.


F.A.U.S.T. - Frankfurter Aktions- und Straßentheater
Im Zuge eines neuen Verständnisses von Politik und Engagement stellte sich für Theaterleute die Frage, wie sie ihre Kunst politisch bewußter einsetzen und leben könnten. 1968 kam es zu ersten Straßentheatern und Freien Gruppen. Theater wie Bread And Puppet und Living Theatre wurden zum Vorbild aber auch Grotowski und Tabori.

Frucht dieser Erfahrungen und Überlegungen war die Gründung der Freien Gruppe F.A.U.S.T. 1972 in Frankfurt am Main, in der ersten Aufführung „Sackgasse § 218“ im Theater am Turm mit Schauspielern des Frankfurter Schauspiels, mit Schauspielstudenten und theaterbegabten und -begeisterten Laien. Ziel der Aufführung war es die Akzeptanz der Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen zu erreichen auf dem Hintergrund typischer und selbstbestimmter Erfahrungen von Frauen. Es entstand eine Collage mit einfühlsamen Szenen und derben Karikaturen.

Die „Erdnußparty“ folgte im Schauspielhaus, ein Stück zu Guinea-Bissao und der portugiesischen Diktatur. Nur auf der Straße und im (milden) Winter spielte „V – wie Vietnam“, eine Szenenfolge die bewußt bei Älteren an Erfahrungen eine Generation zurück, andie Bombardierungen im 2. Weltkrieg in Dresden, anknüpfte.

Die politische Ungleichheit von Männer und Frauen, der Energie-Raubbau, der Sturz Salvador Allendes waren einige der folgenden Themen. Im Idealfall wurde eine Holzbühne aufgeschlagen, kurze Szenen forderten die Passanten auf innezuhalten und über das Theater in politische Diskussionen zu geraten.

In Frankurt am Main wurde auch im „Büro Freier Gruppen“ der Versuch gestartet die junge und überschaubare Szene Freier politischer Theaterarbeit miteinander zu verknüpfen. Die Chancen waren begrenzt, da unterschiedliche politische Ausrichtungen dominanter wurden als die gemeinsame Beschäftigung mit Theater als Mittel politischer Arbeit.

1973 brachten die Weltfestspiele der Jugend in Berlin-DDR im Anschluß die Theatergruppe „Cuatrotablas“ nach Frankfurt mit einem hinreißenden Stück („Oye“). Eine Freundschaft mit F.A.U.S.T. entstand, die seit über 40 Jahren anhält. Und es kam zu einer „Spontan-Tournee“ für Cuatrotablas.

Durch einen Auftrag des Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann wurden die Straßentheater-Erlebnisse in einem Sommerprogramm mit „fester Bühne“ auf dem Römerberg zu einer festen Einrichtung. Im Bauch der Bühne verbargen sich Tische und Bänke und notwendige Bühnenmöbel. Bei Apfelwein gab es absurdes Theater, Kabarett (Otto Walkes z.B.), erste talk-Runden und vielfältige Aufführungen.

Das Publikum nahm das Programm ohne Vorerwartung an, war offen für Neues und Ungewöhnliches. Der von den Theatermachern so ersehnte Moment unmittelbarer und unverkrampfter Kommunikation gelang.

Die Römerbergprogramme hatten einen überschaubaren Etat. Auch für ein Festival „argumenta“ fand sich städtische Unterstützung (die nachträglich noch ein wenig aufgebessert werden mußte), aber die Foyer- und Straßenprogramme finanzierten sich (bis auf wenige Gastspiele) nur durch das freiwillige Engagement aller Beteiligten. Immer neue Enthusiasten mußten im Rhythmus von ca 3 Monaten gewonnen werden bis auf einen treuen „harten Kern“. Die Kräfte mußten sich dabei erschöpfen. Und so wurde das Experiment F.A.U.S.T. 1976 zunchst beendet.

Es folgte F.A.U.S.T. 2 von 1976-78 und nun F.A.U.S.T. reloaded.